Stationsunterricht


I. Zur Theorie des Stationsunterrichts:

1. Definitionsversuche:
Lernen an Stationen meint das jeweils aus mehreren im Raum verteilten Aufgaben zusammengesetzte Angebot, das die Kinder im Rahmen einer übergeordneten Thematik bearbeiten und das sie unter Umständen sogar mitgestaltet haben.

"... ein von dem/ der LehrerIn zu einem Thema oder einer Einheit zusammen-gestelltes und didaktisch sorgfältig arrangiertes Materialangebot, das von den SchülerInnen in Form von Stationen individuell bearbeitet wird"

2. Grundüberlegungen zum Stationsunterricht:

Stationsunterricht gehört zu einer Form des geöffneten Unterrichts.

Es werden verschiedene Aufgaben (Stationen) zu einem Thema bereitgestellt, die die SchülerInnen (meist in beliebiger Reihenfolge) bearbeiten.

Dabei kann es Pflichtstationen geben, die erledigt werden müssen, und Zusatzstationen, deren Bearbeitung freiwillig ist. Im Gegensatz zum alleinigen Belehren bietet Stationsunterricht verschiedene Vorteile, um der frühzeitigen Ermüdung von SchülerInnen vorbeugen zu können können und es konzentrationsschwächeren SchülerInnen erlauben motivierter dabeibleiben zu können:

› Spannung (Arbeitsphase) - Entspannung (Wechsel der Stationen)
› mündliches Arbeiten - schriftliches Arbeiten
› verschiedene Sozialformen
› vielfältige Zugänge zum Thema durch gezielte Materialvorgabe und - auswahl

Gleichzeitig wird die Motivation auch dadurch gefördert, dass beim Stationsunterricht jedem Schüler Erfolgserlebnisse ermöglicht werden :

› durch differenzierende Angebote und individuelles Lerntempo - optimale Passung
› durch Abgeschlossenheit jeder Station und die Möglichkeit der Selbstkontrolle – mehrmaliges Erfahren: "Ich kann etwas!"
› Den Kindern wird durch eine erhöhte Eigenaktivität eine intensivere Auseinander- setzung mit den Unterrichtsinhalten ermöglicht. (Handeln, in Sprache fassen, Strukturieren, ...)
› Es können verstärkt Beziehungen untereinander aufgebaut werden (z.B. Lernpartner
› Helfersystem)
› Indem die Aufmerksamkeit der Kinder auf die Sache gelenkt wird, kann sich der Lehrer aus dem Mittelpunkt des unterrichtlichen Geschehens herausnehmen und erhält mehr Möglichkeiten zum distanzierten Beobachten.
› Dem natürlichen Bewegungsdrang wird Rechnung getragen.

3. Abschließende Betrachtung:

Stationsunterricht ist ein Baustein für ein abwechslungsreiches Unterrichtsgeschehen, der seine Belebung vornehmlich aus der gesteigerten Eigentätigkeit und Selbstbestimmung erfährt. Dennoch bleibt stets abzuwägen, ob ein Stationslernen für das jeweilige Thema bzw. für die jeweilige Klasse überhaupt angebracht ist.